• Daniel Allertseder

Wer das Feuer entfacht



Besorgniserregend waren bereits die ersten Kapitel von Paula Hawkins neuem Roman. Es lag sicher nicht an den Figuren oder am Plot, sondern vielmehr an der Art, wie die Autorin diese Kapitel erzählt. Es wirkt alles flach, eindimensional und grau. Diese Tristesse aber zieht sich fort, über all die Kapitel hinweg, generieren eine Unendlichkeit der Monotonie. Wir lesen von verschiedenen Figuren, deren Lebenswege und -geschichten mit dem ermordeten Daniel Sutherland zusammenhängen. Die Polizei befragt die Figuren, sie erzählen von den Erinnerungen mit ihm, erklären ihren Aufenthalt an bestimmten Orten, langweilen uns mit öden Monologen. Diese Tristheit zieht sich aber leider fort und schwappt auf die Figuren und auch die Story über. Es mag ein langsam erzählter Spannungsroman sein, aber die Handbremse hätte nicht so arg angezogen werden müssen. Es entwickelt sich alles relativ langsam, es kommt kein Schwung in die Geschichte, zudem liest sich der Schreibstil wie zähflüssig Öl, wie angetrockneter Harz - stumpf und unspektakulär. Schlicht: Es kam keine Unterhaltung auf, keine Freude am Lesen. Es war vielmehr verzweifelnd. Die Figuren erzählen keine Geschichte, sie bleiben eindimensional, sie haben keinen Raum, um sich zu entfalten, sich als gute Erzähler zu bewähren. Ich habe den Roman dann letztendlich abgebrochen.


Paula Hawkins bleibt wohl doch ein sogenanntes "One-Hit-Wonder" - "Girl on the train" mag ein Weltbestseller gewesen sein, "Into the water" hat diesen Status nicht mehr erreichen können, und "Wer das Feuer entfacht" ist das Ergebnis dessen, was Einfallslosigkeit mit der Fantasie macht, wenn sie sie noch eine Schippe drauflegen kann.


2 von 5 Sterne


Titel: Wer das Feuer entfacht

Autorin: Paula Hawkins

Verlag: Blanvalet

Format: Hardcover

Seiten: 416

ISBN: 978-3-7645-0782-4

Preis: 20,00 €

Besondere Bemerkungen: Dieser Beitrag enthält Werbung.