• Daniel Allertseder

So wie du mich kennst


Karla und Marie. Marie und Karla. Doch Marie ist verstorben, und Karla trägt die Urne zur Beerdigung. Als sie Maries Wohnung in New York ausräumt, findet sie beunruhigende Fotos und Karla stellt sich die Frage, ob sie ihre Schwester wirklich gekannt hat.


Anika Landsteiner zeichnet ein virtuoses und gut gemeintes Porträt zweier Schwestern, die zwar innerlich eng verbunden sind, aber doch so verschieden. Sie setzt den Kontrast aus der einfachen Provinz zum Leben in der Großstadt und analysiert das enge Band einer Familie. Nicht nur Marie hatte Geheimnisse, auch die Mutter trägt einen schwarzen Punkt aus ihrer Vergangenheit mit sich herum.


Ich vermisste meine Schwester. Es gab keinen Moment, in dem ich es nicht tat, und ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Zeit das jemals entzerren würde.

Die Sprache Anika Landsteiners ist schnörkellos, zielgerichtet und unterhaltsam. Sie besitzt den Sinn für unerreichbare Dinge und erzählt aber erreichbar, nah und bewegend. Dramaturgisch ist "So wie du mich kennst" ebenfalls großartig: Vor allem der Epilog hat mir den sprichwörtlichen Rest gegeben.


Der Verlag schreibt, dieses Buch bleibt im Kopf, und dem kann ich absolut zustimmen. Ein sonderbarer, poetischer Roman über die familiäre Kraft und die vielen Geheimnisse, Ängste und Wünsche, die man in sich festhält, und die aber trotzdem irgendwie die Beziehungen beeinflussen. Wie kennen wir uns? Kennen wir wirklich unsere Schwestern und Brüder, unsere Mütter und Väter?


5 von 5 Sterne


Titel: So wie du mich kennst

Autorin: Anika Landsteiner

Verlag: Fischer Krüger

Format: Paperback

Seiten: 352

ISBN: 978-3-8105-3074-5

Preis: 16,99 €

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