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Leipziger Buchmesse - Eine Liebeserklärung



Die Leipziger Buchmesse – das Frühjahrsevent im März für Literaturbegeisterte und all Jene, die irgendetwas mit Büchern und der Literatur zu tun haben – Verlage, Autoren, Blogger, Agenturen, Werbeunternehmen, Künstler, Leser – und vor allem: Die Cosplayer und Manga-Fans!


Die LBM als Kollektivpunkt für Literaturfans


Leipzig verwandelt sich alljährlich im März zu dem Event für Literatur: Die Leipziger Buchmesse mit dem großartigen Leipzig Liest-Programm, wo man in ganz Leipzig Nachmittags- wie auch Abendveranstaltungen findet. Jährlich strömen tausende Literatur- und Mangabegeisterte in Richtung Sachsen, um auf der LBM – wie sie auch abgekürzt genannt wird – durch die vielen Hallen zu schlendern, Eindrücke zu sammeln, Bücher zu kaufen, Menschen zu treffen, Gespräche zu führen und die Zeit zu genießen. Das Thema der diesjährigen Buchmesse lautete »Buch voraus« - eine Hommage an das Kulturgut Buch, an die Literatur, an die vielen Menschen, die mit diesem zeitlosen Kommunikationselement stetig zu tun haben. Ein gutes Motto, wie ich persönlich finde: Spannend gestaltet und aussagekräftig – kurz und knackig, bemerkenswert einfallsreich; trotz alledem ist im Prinzip egal, welches Motto man nimmt, denn im Vordergrund steht immer das Buch!





Die Hallen der Literatur – oder einfacher: Die Messehallen


Anfangs kannte ich mich nicht aus. Ich rannte wie ein kopfloses Huhn durch diese fünf Hallen und wusste oftmals nie, in welcher ich mich momentan befand. Ich habe bemerkt: Man kann nicht so ruckzuck von Halle 1 zu Halle 4 laufen – man braucht neben schnellen Füßen auch Durchhaltevermögen, denn nachmittags sind nicht nur die Hallen, sondern auch diese Glastunnel, die die Hallen verbinden, brechend voll, sodass die Sicherheitsdienste den »Einbahnverkehr« installiert haben und man durch die komplette Glashalle gehen musste um überhaupt in die andere Halle zu kommen. Gut, für mich persönlich war es sehr verwirrend, ich kam Anfangs mit diesem Hallensystem überhaupt nicht klar, aber mit der Zeit ging es, so ab der Hälfte des zweiten Tages wusste ich, wie die Hallen angeordnet waren und wie man schnell von A nach B kam. Lustigerweise konnte man diese allmähliche »Vermehrung« immer wieder fasziniert bewundern: Die Presse durfte bereits um 9 Uhr morgens in die Messe, dabei mussten wir durch das Pressezentrum, was um Weiten schneller ging als beim Besuchereingang, und waren die Hallen/die Glashalle um 11 Uhr noch fast leer, so waren diese nachmittags ein Ameisenhaufen, eine Schar von Menschen, was aber, wie bereits erwähnt, faszinierend anzusehen war wenn man einen Blick von der ersten Etage werfen konnte.


Ein Treffen von Gleichgesinnten


Ich wusste ja, dass diese Buchmesse ein Highlight werden würde, da ich sehr viele gute Freunde und Bloggerkollegen treffen werde. Doch dass diese zwei Tage zu den aufregendsten meines (bisherigen) Lebens werden würden, das hätte ich nicht gedacht: Es war unbeschreiblich schön, bekannte Gesichter wiederzusehen, beziehungsweise das erste Mal live zu sehen, nachdem man über Kommunikations-Apps jahrelang miteinander, ja, kommuniziert und zusammengearbeitet hat. Es hat sehr großen Spaß gemacht, mit diesen tollen Menschen gemütlich durch die Hallen zu schlendern, Verlage zu entdecken, bekannte Verlage zu analysieren, über Bücher zu diskutieren, über die Messe zu reden, über das Bloggen, über Themen, die Blogger eben gerne besprechen. Diese Gespräche waren allesamt stets auf einem neutralen Niveau – man konnte lachen, man konnte bedächtig den Kopf schütteln, man konnte seine Liebe zu Büchern ohne vieler Worte weitergeben, man konnte sich aber auch gemeinsam ärgern, wenn ein rüpelhafter Besucher durch das Bild läuft, welches man vielleicht von einem gern gelesenen Autor machen will, oder die Glastunnel so voll waren, dass man zum anderen Eingang am anderen Ende der Halle musste, damit man dahin konnte, wohin man wollte. Aber das waren Kleinigkeiten, die im Nachhinein wieder lustig waren, und diese Kleinigkeiten hat man gleich wieder vergessen. Aber dieses Treffen von Gleichgesinnten – als ich durch die Hallen streifte und die Menschen beobachtete – wie junge Frauen Independentverlage untersuchten, wie Verleger mit interessierten Leser_innen plauderten, wie Literaturbegeisterte mit geweiteten Augen und einem Lächeln im Gesicht Tolles entdeckten – das war herrlich, das war unsere Welt, und diese Welt würde ich niemals mehr missen wollen.


»Ach, da ist ja Fischer!«, »Guck mal, da ist endlich DroemerKnaur!«


Ein sehr wichtiger Grund für mich zur Leipziger Buchmesse zu fahren waren die vielen Pressebetreuer der Verlage, die man dadurch endlich persönlich kennenlernen konnte. Termine habe ich einige hintereinandergelegt (bitte fragen Sie mich nicht, wie ich ausgesehen habe, als ich transpirierend durch die Hallen gerannt bin), was ich im Nachhinein beim Nächsten Mal nicht mehr tun werde, da man keinesfalls in weniger als fünf Minute von Halle 2 in Halle 5 kommt. Trotz alledem waren die Termine, die ich mit den Pressemitarbeitern gelegt habe, allesamt unglaublich interessante und schöne Gespräche, die nicht nur von Büchern handelten, sondern auch von vielen unglaublichen Geschichten, die man sich erzählen konnte. Und dann ist man noch die Vorschauen durchgegangen, und die Ausblicke auf die kommenden Monate bräuchten bei mir ein eigenes Bücherregal, weil alle Verlage unglaublich interessante Novitäten im Programm haben werden.




Sehr geliebt habe ich diese Momente, als man nichtsahnend durch die Hallen ging und man dann das bekannte Logo eines Lieblingsverlages gesehen hat, wie zum Beispiel Fischer, Suhrkamp, Hanser, Diogenes, DroemerKnaur – kurz: Eigentlich war dies bei allen Belletristikverlagen so. Oftmals rief ich »Ach, da ist ja Fischer! Juhu!« und bin mit strahlendem Gesicht zum Stand hin, habe mir Bücher angesehen, die Klappentexte studiert, einige Seiten gelesen – aber leider wächst bei mir Zuhause noch kein Geldbaum, sodass ich leider wieder einiges zurücklegen musste. Trotz alledem: Alleine die individuellen Standkonzeptionen der Verlage – sei es bei den großen oder den kleinen – waren schön anzusehen.




Und dann gab es auch noch die Autoren


Was ich generell überhaupt nicht miteingeplant hatte waren Lesungen und Release-Partys, da ich nur zwei Tage auf der Messe war und diese sehr viel Zeit in Anspruch genommen hätten. Autoren waren sehr viele da, das auf jeden Fall, gesehen habe ich aber nicht viele. Wen ich aber gesehen habe (und das nur rein zufällig) war Rita Falk und Sebastian Fitzek. Bei Rita Falk war es ein komplett spontaner Besuch: Ich ging bei dtv vorbei, sah Rita Falk dasitzen (die gerade dabei war zu signieren), ärgerte mich im ersten Moment weil ich mein Exemplar von »Kaiserschmarrndrama« nicht dabeihatte, rannte aber dann

doch hin, kaufte mir nochmals ein Exemplar und ließ es mir innerhalb weniger Minuten signieren. Ein toller Moment, da dies überhaupt nicht eingeplant war doch genau diese Momente das Bewundernswerte der Buchmesse waren – die spontanen Käufe, Signaturen oder Treffen von Autoren, die man gerne liest oder noch lesen will. So war es auch bei Fitzek. Ich ging bei DroemerKnaur vorbei, sah eine ewig lange Schlange (dachte mir auch noch: »Huch, gibt’s da war umsonst oder warum stehen die an?«), und erst als ich den Kopf der Schlange erreicht hatte sah ich, dass Fitzek da war und signiert hat. Da ich aber mein Exemplar ebenfalls nicht dabeihatte und mich ganz ehrlich auch nicht anstellen wollte und wertvolle Stunden nur mit Warten vertrödeln wollte, schoss ich einfach schnell ein Foto von ihm – das reicht mir auch – bis auf Weiteres, denn nächstes Jahr will ich ebenso in diesen »Schlangen-Kampf« ziehen. Nächstes Jahr habe ich aber auch vor, drei Tage zu bleiben. Ich hoffe, es klappt.




Wirklich schön war auch das Treffen mit der Autorin von »Palace Of Glass«: C. E. Bernard, die nicht nur total nett und humorvoll ist, sondern auch etwas Elegantes und Kokettes an sich hat. Sie ging von Tisch zu Tisch, man konnte bei Snacks und Getränken zwanglos mit ihr quatschen, sich das Buch signieren lassen, Fragen stellen, lachen, die Hand schütteln, Fotos machen. Danke liebe Christine für diesen schönen Nachmittag!


Das Aufregendste des Messe-Sonntags: Unser Vortrag


Wie bereits einige Male auf der Website und auch in den Sozialen Netzwerken erwähnt durften Larena und ich im Namen von WeLoveBooks am Sonntag im Fachforum 1 über unser selbstgewähltes Thema »Verlagskommunikation und Rezensionspolitik« referieren. Wir haben an diesem Vortrag auf Hochtouren gearbeitet, gaben am Montag extra noch einen Info-Block mit den wichtigsten Stichpunkten aus unserem Vortrag in den Druck, damit wir vorbereitet waren und ein Hand-Out anbieten konnten (Gott sei Dank kam der Block noch am Samstag an, denn die Druckerei gab uns ein Datum nach der Buchmesse). Das Lustigste am Vortrag war: Wir hielten uns keineswegs an das Skript, sondern sprachen vollkommen frei und aus dem Stegreif, was auch viel besser gelungen ist wie als hätten wir stur abgelesen. Es waren viele Interessierte anwesend, was uns natürlich sehr gefreut hatte. Nicht nur Blogger, die mit der Bloggerei anfangen wollten, sondern auch Journalisten, Verlagsmitarbeiter und Autoren, die einfach erfahren wollten, wie so ein Blog arbeitet. Also ging unsere geplante Zielgruppe weiter hinaus als gedacht, was dann auch eine unglaubliche Resonanz brachte – ich fasse es zusammen: Larena gingen die Info-Zettel aus und ich kam mit dem Verteilen der Visitenkarten nicht mehr hinterher. Und was auch noch schön war: die sehr netten und schönen Gespräche am Ende des Vortrags, das Austauschen der Visitenkarten und das Kennenlernen von neuen Bloggern. An dieser Stelle möchten wir gerne auf die Blogger hinweisen, von denen wir Visitenkarten erhalten haben – vielen Dank an Euch für das Dasein beim Vortrag und für dieses tolle Feedback!




Zusammenfassend: Ein unvergessliches Erlebnis!


Die Buchmesse ist wie Urlaub. Wie ein wohlverdienter Urlaub in der eigentlich missverstandenen Welt des Alltags. Endlich mal rauskommen, etwas Neues entdecken, sich mit seinem Hobby und mit seiner Passion beschäftigen, ein Zusammenkommen von großartigen Menschen, tollen Verlagen, einem völligen Übertreiben der Kreditkartenbenutzung, ein Weinen, wenn man danach den Kontostand sieht, ein Gefühl des »Nicht-Bereuens«, ein Grinsen, wenn man mit einhundert Büchern in der Tasche die Messe verlässt, ein Stöhnen, wenn man den Rucksack abnimmt und die Schultern vorm Abfallen sind, ein trockener Mund, der unbedingt gestillt werden muss, Füße, die mal eine Minute Pause brauchen, Augen, die mehr sehen wollen als sie sehen können, ein Kopf – völlig überladen von Eindrücken und Bildern, Hände, die trocken sind von dieser eisigen Luft draußen, ein Magen, der durchwegs knurrt, eine Handykamera, die stetig am Aufnehmen ist, ein Handy-Speicher, der noch nie so schnell voll war, eine Aktentasche, die man nicht mehr schließen kann, Kassenbons, die man keinesfalls verlieren durfte, Goodies, für die man keinen Platz mehr findet, Lesezeichen, die von der Last zerknittern, Signaturen, die man wie ein wildes Tier versucht zu erhalten, Lesungen, die man nur mit einem Hörgerät einwandfrei verfolgen kann, Menschen, die einen anrempeln, aber auch Menschen, die dich anlächeln und vorbeilassen, Verlagsmitarbeiter, die dir Bücher zeigen und mit dir minutenlang quatschen, Kasse-Menschen (wie heißen die eigentlich?), die immer freundlich sind, eine Messebuchhandlung, die einer riesigen Thalia-Filiale gleicht, Hallen, die manchmal so brechend voll sind, dass du froh bist, in die Bloggerlounch zu dürfen, ein Messekonzept, welches fasziniert, und eine Glashalle, die nicht nur ein Unikat ist, sondern auch eindrucksvoll.


Dies alles in einem Namen: Leipziger Buchmesse!


Wir haben so viele wundervolle Menschen kennengelernt und wiedergesehen. Wir möchten an dieser Stelle alle nennen und uns für diese wundervolle Zeit bedanken:


Bettina Riedl, Judith Koch, Blanche Cremer und Madita Engel, Janina Bradacs von den Fischer Verlagen und Patricia Kessler von DroemerKnaur, Ireen Nürnberger von der Buchmesse, Stephanie Martin von den Ullstein Buchverlagen, Simone vom Leselurch, Nicole Kurzmann, C. E. Bernard und Martin Krist.



Ich sitze gerade im ICE nach Nürnberg als ich diesen Artikel verfasst habe und freue mich schon darauf, den Koffer auszuleeren, wenn ich wieder Zuhause bin. Die neuen Bücher zu bewundern und den Lieben zuhause erzählen, wie es war. Nächstes Jahr Buchmesse? Ich hoffe es! Es war ein tolles Wochenende, welches ich lange nicht vergessen werde – ich habe es geliebt!


Alles Liebe,

Larena und Daniel

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