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Lange Kriminacht in Ludwigsburg


19:30 Uhr am Samstagabend den 20.10.2018. Sie betritt den Raum dicht gefolgt von ihrem Assistenten. Um sie herum herrscht reges Treiben, welches sie jedoch kaum zur Kenntnis nimmt. Zielstrebig begibt sie sich zu ihrem Platz während sie, ihren Notizblock in der Hand, sich noch einmal rückversichernd zu ihrem Assistenten umblickt, ob dieser ihr auch folgte. Das tat er. Die Beiden nehmen Platz und nun blickt die junge Frau sich schließlich doch mit unverhohlener Neugier um. So viele Menschen. Keine Frage – Der Saal war voll. Nichts anderes hatte sie erwartet, als man sie vor zwei Wochen zur langen Kriminacht in Ludwigsburg eingeladen hatte. Der Zeiger auf der großen digitalen Uhr rechts von ihr legt die letzten Sekunden scheinbar wie im Spurt zurück und nun betritt ein adrett gekleideter Mann die Bühne. Im Raum breitet sich eine gespannte Stille aus, bis kurz darauf die Stimme des mysteriösen Mannes im ganzen Saal zu hören ist...


Weniger dramatisch, aber dafür genauso spannend war es letzte Woche bei den 35. Baden-Württembergischen Literaturtagen. Die lange Kriminacht lockte viele Literaturbegeisterte in das städtische Kulturzentrum in der Innenstadt, wo sie auf einer kleinen Empore mit Snacks und Getränken empfangen wurden.


Nach ein paar einleitenden Worten von Matthias Göritz, einem der Kuratoren, betrat Tobias Gohlis die Bühne und begann den Abend mit einem kleinen Einblick in die moderne Entwicklung des Genres Krimi.




Als ersten Autor des Abends durften wir Herrn Volker Kutscher begrüßen. Der Autor von sechs Kriminalromanen, unter anderem der verfilmten Bücher Babylon Berlin, las am Samstag aus seinem Buch „Lunapark“. Auf die Frage hin, warum er sich für das Thema Nationalsozialismus für seine Werke entschieden habe, antwortete der Autor „[...] die Atmosphäre der Zeit hat mich interessiert. [...] Wir fragen uns im Rückblick auf die Ereignisse immer: Wie konnte das passieren? Ich finde, die Fiktion bietet eine Möglichkeit sich der Antwort zu nähern.“ Auf den Vergleich, dass 1934 2016 gar nicht so unähnlich sei, entgegnete Volker Kutscher „Geschichte wiederholt sich nicht, aber ich finde man kann aus ihr lernen. Demnach ist Nichts-tun, auch eine Haltung.“




Um 20:30 Uhr betrat Matthias Altenburg, alias Jan Seghers die Bühne. Er beschäftigte sich mit der Frage nach dem „wie“. Wie kommen seine Geschichten zustande? Wie kommt er auf den Inhalt? Das erklärte der 1958 geborene Schriftsteller und Kritiker mit dem Umstand, dass Fantasie auch Boden unter den Füßen hat. Er verwendet für seine Bücher reale Kriminalfälle, denn sie liefern Details, die auffallen und nicht einfallen. Einmal, so erzählte der Autor, und wirklich nur einmal, habe er sich an einem Serienkillerbuch versucht. „Das mache ich nie wieder, es war eine Katastrophe.“ Sein eigenes Buch wirkte dem Schriftsteller zu ausgedacht. Die Hauptfigur, die Story, nichts davon entsprach den Vorstellungen des Autors und das brachte ihn zu dem Entschluss, in Zukunft lieber seinen eigenen Idealen treu zu bleiben.




Als letzter Autor des Abends war Tom Hillenbrand. Er las mit einiger mimischer Untermalung aus seinem Buch Hologrammatica, welches im Kiwi-Verlag erschienen ist. Sein Buch spielt weit in der Zukunft, wo der Klimawandel und große technische Fortschritte den Menschen das Leben schwer machen. Unter ihnen, der londoner Quästor Galahad Singh. Seine Aufgabe ist es, verschwundene Personen wiederzufinden. Als er jedoch mit dem Auftrag die verschwundene Computerexpertin Juliette Perotte zu finden beauftragt wird, gerät er in ein gefährliches Unterfangen, dessen Ausmaße sich weiter erstrecken als Galahad Singh es für möglich gehalten hätte. Die lange Kriminacht endete mit einer kurzen Autorenrunde, in der Volker Kutscher, Jan Seghers und Tom Hillenbrand sich über die Bedeutung von Details in ihren Romanen und deren Entwicklung unterhielten.


Alles in allem war der Abend ein großer Erfolg. Die Gäste waren begeistert und so auch wir von WeLoveBooks. Wir bedanken uns sehr herzlich für die Einladung und den spannenden Abend auf der langen Kriminacht der 35. Baden-Württembergischen Literaturtage.


Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung für die Baden-Württembergische Literaturtage und entstand in Zusammenarbeit mit deren Veranstaltern.

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