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Ivar leon Menger im Interview mit WeLoveBooks


Quelle: www.ivarleonmenger.de | 2019

Offene Augen, zielstrebige Gedanken und ein großes Herz geprägt von Erfahrungen: Der deutsche Autor, Regisseur, Texter und Designer Ivar Leon Menger zeigt sich selbst genauso facettenreich, wie seine Werke es sind. Vom jungen Geschichtenerzähler bis zum erwachsenen Wort-Akrobat begleitet WeLoveBooks ihn auf einer gedanklichen Reise zurück zu den Anfängen und dem Ursprung seiner beliebten Geschichten.


Bereits als Kind verspürte er den Drang schaurige Geschichten zu erzählen. Kombiniert mit seiner Affinität für Streiche, hat er seine Freunde oftmals ganz schön Nerven gekostet.


„Ich hatte einen Freund, der Jahre lang die Straßenseite wechselte, wenn er an unserem Haus vorbeilief. Irgendwann später habe ich ihn mal nach dem Grund dafür gefragt und er erklärte mir, dass er eine Heiden Angst vor meinen Geschichten hatte.“ Ein anderes Mal wollte ein armer junger Übernachtungsgast sogar von seinen Eltern wieder abgeholt werden, da ihm die Pyjama-Party mit Gruselfaktor etwas zusetzte.


Doch nicht nur das machte ihn als Kind aus, denn es gibt ein weiteres liebenswertes Detail: Ivar betrieb ein sprichwörtliches Bed n Breakfast für Katzen (heimatlos oder nicht). Er wollte unbedingt eine Katze haben. Da ihm das aber nicht vergönnt war, nahm er manchmal einen der Stubentiger mit nachhause und durfte ihn dann für eine Nacht behalten. Am nächsten Morgen mussten die Katzen dann wieder gehen, was Ivar jedoch nicht daran hinderte bald darauf wieder eines der Tiere mit heim zu bringen. Nicht umsonst würde er für eine kleine Katze mitten in der Nacht das Bett verlassen. Für eine Katze und Snickers, antwortet er lachend auf meine Frage Wofür er mitten in der Nacht aufstehen würde. Die Tierliebe und der Drang zum Geschichten erzählen folgen ihm also schon von Kindesbeinen an.


Trotz alldem waren die Lehrer in der Schule nicht besonders angetan von seinem Erzähltalent.


„Wir sollten einen Aufsatz schreiben und als ich meinen wiederbekam, stand darauf die Notiz mir mangele es an Kreativität.“ erzählte er lachend. Dabei soll doch die Schulzeit uns zeigen, welchen Weg wir einschlagen werden. Doch das galt nicht für Ivar, denn er hat die Schule gehasst. Es gab nicht viele Fächer, in denen er wirklich gut war, was das magische Wort Nachhilfeauf den Plan rief. Überhaupt scheint es für den Autor ein grundsätzliches Problem im System zu geben:


„Ich gebe dir ein Beispiel. Meine Klasse sollte einen Aufsatz darüber schreiben, was im Sommer alles gut lief. Aber das ist doch kompletter Unsinn! Wir hätten lieber darüber schreiben sollen, was alles schlecht lief. Das erschafft Abenteuer, das erschafft Spannung!“ stellt er fest.


Später während seines Studiums bekam er dann durch einen Zufall dieEingebung. Er produzierte Werbung für ein Kino und bemerkte in dem Moment, dass er auf etwas gestoßen war. Ein Sprung ins kalte Wasser, denn als er den Auftrag annahm, war er sich nicht sicher ob er diesen überhaupt würde erfüllen können. Doch das Ergebnis beeindruckte nicht nur ihn selbst und so entdeckte er seine Leidenschaft für Regie, Video und Produktion. Immer öfter übernahm er die Assistenzrollen in verschiedenen Produktionen bis es bald zu einem weiteren Schlüsselmoment kam. Es war ein Musikvideodreh. Der Darsteller Tommy Krappweis sollte die Treppe herunterfallen, eine typisch dramatische Szene. Die Sequenz wurde gedreht, Ivar als Assistent der Regie warf einen Blick darauf und sagte „Sieht super aus, lassen wir so.“. Sie setzten den Dreh fort und im Verlauf der Arbeiten besah der Regisseur die besagte Szene. Ein paar Falten auf dessen Stirn zeigten Ivar gleich, was nun kommen würde: „Ich glaube, das sollten wir nochmal drehen.“. Am Ende vom Lied fiel Tommy Krappweis circa zehn Mal die Treppe hinunter, bis alle Beteiligten den Kaffee offen hatten. Es wurde im Prinzip von Take zu Take schlimmer.


„Ivar, wenn dumal Regie führst, ruf mich an ich bin sofort dabei.“ Sagte er, als er seine Sachen packte und das Set verließ. Was schief gegangen ist?

„Der damalige Regisseur wusste nicht, was er wollte.“ Erklärt mir Ivar und erläutert „Du musst deinen Darstellern die Freiheit geben, deine Charaktere, deine Szenen zu formen. Wenn ich immer alles so lassen würde wie es ist, dann könnte ich auch bei der Post arbeiten.“ Das spannende sei überhaupt erst dieser Prozess. Doch kaum etwas bringt den Autor so sehr auf sein berufliches Tageshoch, wie die Entstehung der Antagonisten.


Durchschnittlicher Gesichtsausdruck eines Ivar Leon Menger Hörers (Quelle: www.imgflip.com | 2019)

Mit seinem Faible für die dunkle Seite der Macht liebt er es Charaktere zu formen, denen man nicht ohne Polizei auf Kurzwahltaste Eins begegnen möchte. Denn der Autor spielt gerne mit den Gedanken der Hörer. Wenn man seinen Geschichten lauscht, weiß man nie wirklich, wem man vertrauen kann. Ja, der Protagonist scheint sehr nett, kann aber gut sein, dass sich das ändert, wenn du ihm bei Nacht begegnest.


Dieser Mehrwert spiegelt sich auch in den zahlreichen positiven Rezensionen seiner Werke wider. Diese, positive wie negative, liest Ivar gerne, auch wenn ihm dabei manchmal etwas fehlt.


„Wenn ich eine Rezension lese, dann sehe im Prinzip nur ein paar Worte und Sterne, das ist eigentlich sehr einsam.“


Und trotzdem nimmt er aus diesem Feedback mit was er kann. Jedes Hörbuch bringt mir als Autor etwas bei erklärt er mir. Dafür lohne sich die harte Arbeit auf jeden Fall, und das sei es mit Sicherheit: harte Arbeit! Der Entstehungsprozess von seinem neuesten Werk Ghostboxsei ein echter Marathon gewesen. Dabei passierte auch noch das, was jedem Autor nachts in seinen Albträumen begegnet: Der Plot fiel in sich zusammen. Vieles von dem was er eigentlich für Ghostboxgeplant hatte, verabschiedete sich winkend mit einem Cocktail in der Hand über die Wiese.


„Ich musste alles umstellen, damit es zu der Geschichte passte, die ich bereits vor mir sah. Im Prinzip habe ich die zehn Folgen in acht Wochen geskriptet.“


Sagt er und ich höre in seiner Stimme, dass diese acht Wochen sicher kein Zuckerschlecken waren. Doch natürlich wurde es am Ende doch noch etwas mit dem Hörspiel und das hat eine unheimliche Story und brandneue Charaktere dabei.


Allen voran natürlich die Hauptprotagonistin Lena Grünwald. Während ich die Frauenpower Fahne bemale, waren andere Hörer jedoch weniger begeistert von Ivars weiblichem Hauptcharakter.


„Die Leute fingen an die absurdesten Dinge zu sagen. Wieso Lena sich nicht an das halten könne was man ihr sage, dass sie zu viel Eigeninitiative zeige und was nicht sonst noch. Alles was ich mich fragte war Seit wann seid ihr so pflichtbewusst?


Mal abgesehen von dem kontroversen Charakter, war Ghostbox im Ganzen aber ein klarer Erfolg. Ich selbst kenne unglaublich viele Menschen, die auf eine Fortsetzung hoffen und wirklich einfach nur begeistert waren.


Vom Kinderzimmer bis in die Top Ten Charts von Amazon, Ivar Leon Menger hat eine Menge zu bieten und besticht nicht nur mit intelligent inszenierten Geschichten, sondern auch mit einem warmen und herzlichen Charakter. Ich bedanke mich vielmals für dieses wirklich tolle Interview und wünsche Dir noch eine ganze Menge weiterer solcher Erfolge. (Natürlich aus bezaubernder Uneigennützigkeit.)


Interviewer: Larena Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Larena

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