• Daniel Allertseder

Haus der Namen


Colm Tóibín erzählt in "Haus der Namen" bildgewaltig und mit großartiger Sprache eine Geschichte der griechischen Mythologie: Klytaimnestra schwört Rache, nachdem ihr Mann Agamemnon ihre Tochter den Göttern geopfert hat. Doch ihre verbliebenen Kinder, Orestes und Elektra, stellen sich gegen sie und üben Vergeltung. Ein rasant erzählter Roman über die ureigenen Instinkte griechischer Sagengestalten: Rache und Vergeltung.


"Haus der Namen" liest sich beinahe wie eine hochliterarische Mitschrift eines zeitgenössischen Chronisten, der Klytaimnestra und ihre Familie begleitet hatte. Obwohl Klytaimnestras Handlungsstrang im lyrischen Ich erzählt wird, so befinden wir uns bei Orestes Handlungsstrang beim auktorialen Erzähler, was ich als angenehme Abwechslung empfand. Das Narrativ behandelt somit eine klassische Sage des antiken Griechenlands, welches Colm Tóibín eindrucksvoll und bildgewaltig schildert. Vor allem der Schreibstil war ein ausdrücklicher Genuss: Wortgewandt und äußerst paradigmatisch taucht er in die endlosen Gefilde sagenhafter Legenden ein und erzählt sie für uns wieder. Des Autors Schreibstil passte sich der erzählten Zeit an und wirkt dadurch authentischer, als der Autor es vermutlich beabsichtigt hatte. Kurzum: Alles am Gesamtpaket stimmte bei "Haus der Namen" - bis eine Stelle kam, die ich in der Literatur äußerst verabscheue: Das mutmaßliche Töten von Tieren, insbesondere von Hunden, was ich ablehne. Aber ich sehe dies wohl als aufkeimenden Trend in der Literatur, denn dieses Phänomen ist mir nun schon des Öfteren begegnet.


Colm Tóibíns "Haus der Namen" ist großartig erzählt und behandelt Klytaimnestras Rachefeldzug gegen ihren Mann Agamemnon und dem anschließenden Kampf gegen ihre Kinder - eine großartige Geschichte, die es zu lesen gilt!


4 von 5 Sterne


Titel: Haus der Namen

Autor: Colm Tóibín

Verlag: dtv

Format: Taschenbuch

Seiten: 288

ISBN: 978-3-423-14806-1

Preis: 12,00 €

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