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Book Talk - Der Nebelmann von Donato Carrisi


Bildquelle: © Atrium| www.atrium-verlag.de | 2019

„Der Preis dafür, dass man mit dem eigenen Leben weitermachen kann, ist die Gleichgültigkeit.“ - aus dem Buch Der Nebelmann


In einem nebligen Alpendorf verschwindet ein junges Mädchen spurlos. Bei der Vermissten handelt es sich um die Schülerin Anna Lou, die einige Tage vor Weihnachten die Tür zu ihrem religiösen Elternhaus hinter sich schließt und nicht mehr zurück kehrt. Da kein Hinweis gefunden werden kann, wird der narzisstische Sonderermittler Vogel hinzugerufen. Nach und nach verfällt die Stadt einem Grauen aus Sensationsgier, Lügen, Verdacht und Zweifel. Welche Abgründe verstecken sich in der Dunkelheit von Avechot und wie viele Geheimnisse hat Anna Lou mit in den Nebel genommen?


Das Buch beginnt in dem Moment, in dem Sonderermittler Vogel von der Polizei aufgegriffen und mit blutbeflecktem Hemd in das Büro eines Psychiaters gebracht wird. Zunächst wird angenommen, Vogel habe einen Autounfall in den Bergen gehabt, doch als er zu erzählen beginnt, enthüllt er eine unfassbare Wahrheit.


Hier muss ich leider zuerst einmal eine Beschwerde abgeben. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt: Was soll denn der Klappentext? Bis ich schließlich nach dem originalen Klappentext suchte und das entdeckte, was ich mir bereits gedacht hatte. Im Vorstellungstext des Buches ist ohne Umschweife vom Nebelmann und weiteren vermissten Mädchen die Rede. Auf diese wartet man jedoch während des Lesens einige Zeit vergebens. Der Grund ? Der Leser soll zu Beginn des Buches eigentlich noch gar nichts davon wissen. Ich schätze mal die Übersetzer haben dadurch versucht, eine Verbindung zum deutschen Buchtitel „Der Nebelmann“ herzustellen, obwohl das überhaupt nicht nötig gewesen wäre. Der Leser erfährt den Grund für den Titel schon, nur eben am Ende. Wenn man sich zum Vergleich den originalen Klappentext durchliest merkt man schnell: Kein Wort vom Nebelmann und weiteren Opfern. Hätte mich auch gewundert.


Nichts destotrotz ist es eine aus meiner Sicht unheimlich spannende Geschichte. Zwischen den einzelnen Kapiteln bekommt der Leser eine Zeitangabe der Geschehnisse, um sich zurecht finden zu können. Diese lautet dann zum Beispiel: 62 Tage nach dem Verschwinden. Ich finde aus sprachlicher Sicht gibt dieser Trick dem Buch einen speziellen Spannungskick. Die Thematik eines Verbrechens ist dadurch allgegenwärtig und es gibt dem Leser zudem an manchen Stellen den ein oder anderen Hinweis.


Innerhalb dieser Kapitel lernt der Leser natürlich alle Charaktere kennen. Auch wenn einige davon zunächst unscheinbar wirken, spielen sie alle eine wichtige Rolle. Dabei hat der Autor es geschafft, so gut wie jedem ein zweites Gesicht zu geben, was dem Thriller eine gewisse Tiefe und auch Authentizität verleiht. Nichts ist, was es zu sein scheint und alles hat seinen Grund. Auch wurden nach meiner Ansicht genau die richtige Anzahl an Mitspielern gewählt, sodass ein großes Bild entsteht, dass sich je nach Lichteinfall verändert und den Leser auf die falsche Fährte führt.


Der Verlauf der Story ist dabei entscheidend und trotz der gut inszenierten Abläufe, gibt es eine Sache, die sich mir nicht recht erschließen will. Normalerweise müsste ich jetzt eine Spoiler Warnung raus geben, da aber der deutsche Klappentext bereits enthält worauf ich hinaus will, ist das wohl nicht nötig. Wer aber auf Nummer sicher gehen möchte, der möge vorrücken bis auf Los, keine 200€ einziehen und ab dem grünen Spoiler Ende weiterlesen.


Mich hat folgendes beschäftigt: Wie kann es sein, dass Sonderermittler Vogel, der Starermittler, die Koryphäe erst fast zum Schluss herausfindet, dass es in Avechot bereits viele solcher Fälle gegeben hat? Wenn das ganze Dorf über den Nebelmann gesprochen hat, muss doch noch mindestens einer am Leben sein, dem das ganze verdächtig vorkommt. Es gibt so etwas wie eine Vermisstendatenbank und Fallakten. Irgendwer müsste doch eigentlich schon eher darauf gekommen sein. Gut, im Prinzip macht das die Geschichte nicht weniger gut oder spannend, aber es wirkt eben doch wie eine kleine Ungereimtheit.


Spoiler Ende


Nachdem das Jammern auf hohem Niveau beendet ist, kommen wir auch langsam zum Ende unseres heutigen Booktalks. Der Nebelmann ist ein psychologisch unfassbar spannendes Buch, das mich gleichermaßen begeistert wie schockiert hat. Die Charaktere haben Tiefgang und das Ende schlägt gleich doppelt zu. Ich bin wirklich froh zu diesem Titel gegriffen zu haben und empfehle dieses Buch sehr gerne an euch weiter!



Bildquelle: © Atrium | www.atrium-verlag.de| 2019

Titel: Der Nebelmann

Autor: Donato Carrisi

Verlag: Atrium (Erich Kästner)

Format: Harcover

Seitenzahl: 336

Preis: 20.00€


Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung für "Der Nebelmann" von Donato Carrisi aus dem Verlag Atrium.


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Dieser Book Talk wurde verfasst von Larena

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