Das Buch

Titel: Marcel Reich-Ranicki

Autor: Uwe Wittstock

Verlag: Piper

Format: Taschenbuch

Seiten: 432

ISBN: 978-3-492-31432-9

Preis: 14.00 €

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Piper und enthält Werbung für "Marcel Reich-Ranicki" von Uwe Wittstock.

Meine Meinung

Selten hatte ich die Möglichkeit, eine so ausdrucksstarke, emotionale und hochinteressante Biografie über eine Persönlichkeit zu lesen, die in unserem Land so unglaublich viel bewirkt hat: Marcel Reich-Ranicki – der wohl bekannteste Literaturkritiker des 20. Jahrhunderts – und darüber hinaus bis ins 21. Jahrhundert. Ein Mann, der mit Wucht und Zynismus die Literatur gepriesen und kritisiert hat, der weltbekannte und unbekannte Autoren gelesen und öffentlich besprochen hat, nicht zuletzt in seiner bekannten Sendung „Das literarische Quartett“. Marcel Reich-Ranicki ist ein Mann, den ich seit vielen Jahren schätze und bewundere, und so war es eine ausgezeichnete, von Gott gegebene Möglichkeit, eine so wahnsinnig starke und bewundernswerte Biografie über ihn zu lesen. Und dabei spielt der Biograf, Uwe Wittstock, eine ausgiebige und wichtige Rolle, denn Wittstock schreibt nicht nur fabelhaft solide und mit einmaliger Intensität, sondern kannte Reich-Ranicki auch freilich persönlich, hat lange mit ihm und für ihn gearbeitet, kannte Tosia Reich-Ranicki sowie den gemeinsamen Sohn Andrew Ranicki, und mit dieser geballten Kraft und mit der Eleganz eines etablierten Literaten entführt uns Wittstock in die aufregende, blühende, aber auch traurige und furchtbare Welt des Marcel Reich-Ranicki. Der Biograf beginnt hierbei in der frühen Kindheit des Kritikers, erklärt zaghaft die Familienverhältnisse und Ranickis wahrhaftige Intelligenz – lässt hierbei keineswegs außen vor, dass Ranicki gebürtiger Pole war und dabei doch einwandfreies Deutsch sprach – erschüttert uns aber mit den berührenden Beschreibungen des Holocausts und den zahlreichen Fluchten, die die Familie Ranicki erleben mussten. Über die Anfänge in der Bundesrepublik, zur ersten Anstellung bei der FAZ bis zum bekanntesten Gesicht Deutschlands mit Beginn des literarischen Quartetts – Wittstock porträtiert Ranicki so ehrlich und nonchalant; man könnte meinen, Ranicki würde noch leben und seine Lebensgeschichte selbst erzählen. Vor allem fasziniert hat mich der Aspekt, dass Ranicki, trotz der ungerechten Vorgeschichte und dem ständigen Entrinnen vor dem Tod, ein erfolgreiches Leben mit und für die Literatur genießen konnte. Trotz Feinde und Gegner konnte er sich als Meinungsgeber und wahrhaftiger Kritiker beweisen – und das auch noch lange nach seinem Tod.

 

Zahlreiche Abbildungen von Freunden und der Familie Ranicki haben die Biografie unterstützt. Besonders aber jene von ihm selbst waren schön anzusehen; beispielsweise als kleiner Junge, als Jugendlicher oder die Jahre, die er leider seine letzten nennen musste – spannend, einen cholerischen Kritiker ruhig und freundlich zu sehen – was er auch, so glaube ich, grundsätzlich war.

Fazit

 

Eine überaus hochinteressante, spannende – und ja, auch auf positive Weise unterhaltsame Biografie vom bekannten Marcel Reich-Ranicki, die so passioniert und erhaben vom Biografen Uwe Wittstock erzählt wurde. Absolut empfehlenswert!

Bildquelle: © Piper | piper.de |2020

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