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Das Buch

Titel: Enteignung

Autor: Reinhard Kaiser-Mühlecker

Verlag: Fischer

Format: Hardcover

Seiten: 222

ISBN: 978-3-10-397408-9

Preis: 21.00 €

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Fischer und enthält Werbung für "Enteignung" von Reinhard Kaiser-Mühlecker.

Meine Meinung

 

»Enteignung« ist ein so starkes Wort – ein so phänomenales und doch ein so ehrfürchtiger und grundgütiger Ausdruck. Was ist Enteignung? Werden damit ausschließlich materielle und finanzielle Güter assoziiert? Oder ist damit auch die Enteignung der Liebe gemeint, kann man dieses Verhalten, diese Konsequenz auch auf Emotionen und das Verhalten der menschlichen Psyche übertragen, zum Beispiel die Enteignung des wissbegierigen Denkens eines Menschen, die Enteignung einer näheren Vertrautheit zu einer Person? Ganz interessant und spannend hat sich der österreichische Autor Reinhard Kaiser-Mühlecker mit diesem komplexen Thema beschäftigt. In seinem titelgebenden Roman »Enteignung« charakterisiert der Autor einen Journalisten, der in seine Heimat zurückgekehrt ist und mit einem merkwürdigen, persönlichen Fall betraut wird. Flor nämlich, ein alter Schulkamerad, der Jan aber – nun Walter – nicht mehr kennt, muss mit seiner Gattin Hemma durch schwere Zeiten gehen, so auch Jan, denn Enteignung ist der Konflikt in diesem überragenden Roman. 
   Reinhard Kaiser-Mühlecker beschreibt auf einer nüchternen und interessanten Art und Weise die Umstände in dem Dorf, oder der Stadt, in der der Roman spielt. Er konzipiert eine authentische und kritische Beziehung zwischen Ines und Jan, porträtiert den Hof und die nahe Zukunft um Flor und Hemma, beleuchtet nahezu gleichzeitig mit großer Affinität Jans Beziehung zu Parker und der örtlichen Zeitung. Die »Enteignung« spielt im (titelgebenden) Roman sehr oft eine Rolle, und besonders gut gelungen fand ich auch diese Verbundenheit zu allen Figuren im Roman, denn Herr Mühlecker hat es ganz bravourös geschafft, alle Figuren miteinander in zwielichtigen Beziehungen zu verweben – eine Spannung entsteht, ein gesellschaftlicher und zwischenmenschlicher Konflikt, der sich, wie nicht anders erwartet, bis zum Schluss immer mehr zuspitzt und mit einem dramatischen Paukenschlag bühnenreif endet. 
  Die Schreibe des Autors hat mir, wie bereits erwähnt, sehr gut gefallen. Poesie und Ästhetik, gepaart mit einem hypotaktischen Sprachstil ergeben eine sensationelle Geschichte, die durchwegs unterhält und manipuliert. Bevor ich es vergesse: Auch besonders gut beleuchtet hat der Autor, so ganz nebenbei und wahrscheinlich unwissentlich, die Kluft der gesellschaftlichen Schichten. Soziologen würden darüber sofort eine Statistik präsentierten, normale Leser aber denken schlicht in ihren Köpfen über ebenjene Kluft nach, über das was sie haben, über das, was sie nicht haben und was wäre, wenn sie dies alles nicht hätten. 

Fazit

Ein sensationeller Roman mit vielen kritischen, gesellschaftlichen Themen, vielmehr aber einem Hauptthema, welches ich als wunderbar auf alle Bereiche des Lebens übertragen fand: »Enteignung«. Sehr gut geschrieben mit interessanten Figuren und einem überraschendem Ende. Sehr empfehlenswert. 

Bildquelle: © Fischer | www.fischerverlage.de |2019

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